Sharon Stone erhält den Golden Icon Award

26. August 2021

Das 17. Zurich Film Festival ehrt die US-Schauspielerin mit seiner höchsten Auszeichnung. Sharon Stone nimmt den Preis am Samstag, 25. September, persönlich entgegen. Anschliessend wird der Thriller CASINO von Martin Scorsese gezeigt, für den die vielseitige Charakterdarstellerin eine Oscarnomination erhalten hat. Zudem wird Sharon Stone dem Publikum im Rahmen eines ZFF Masters einen faszinierenden Einblick in ihren kreativen Prozess und ihre bemerkenswerte Karriere gewähren.


Sharon Stone wird am 17. Zurich Film Festival für ihre schauspielerische Karriere geehrt und nimmt die Auszeichnung am 25. September entgegen. Nach der Zeremonie zeigt das ZFF die Darstellerin in einer ihrer eindrücklichsten Rollen: In Martin Scorseses Gangsterepos CASINO gibt Stone die verhängnisvolle Liebe von Casino-Leiter Sam «Ace» Rothstein (Robert De Niro). Nie hat man in einem Film von Scorsese eine stärkere Frauenfigur gesehen. Die Rolle brachte Stone einen Golden Globe und eine Oscarnomination ein.

«Sharon Stone ist eine wahre Ikone der siebten Kunst», erklärt Christian Jungen, Artistic Director des Zurich Film Festival. «Eine Frau, wie Hitchcock sie geliebt hätte. Sie zeichnet sich durch unwiderstehliches Charisma, durch menschliche Tiefe und eine grosse Bandbreite der Rollen aus. Wie kaum eine zweite vermag sie das Publikum in den Bann zu ziehen. In einer Zeit, als das Filmgeschäft von Männern dominiert war, setzte sie sich durch und wehrte sich gegen Sexismus. Damit wurde sie zum grossen Vorbild für viele Frauen im Filmgeschäft.»

Mit Sharon Stone geht der Golden Icon Award zum fünften Mal hintereinander an eine Schauspielerin.

«Es ist eine Ehre, mit der globalen Gemeinschaft zu interagieren und die tiefe Bedeutung unserer Kunst zu feiern», sagt Stone nun über ihre Auszeichnung mit dem Golden Icon Award am ZFF. «Ich bin begeistert, in dieser Eigenschaft anerkannt zu werden.»

Sharon Stone mit Robert De Niro in Martin Scorseses CASINO (1995)

Stone, heute dreifache Mutter, feierte vor rund 30 Jahren als Femme Fatale in BASIC INSTINCT (1992) den Durchbruch und schrieb dabei Kinogeschichte. Stone liess sich in der Folge aber nicht auf die Rolle des männerverzehrenden Vamps festlegen. Vielmehr bewies sich die Schauspielerin, die kürzlich in ihren Memoiren «The Beauty of Living Twice», einem «New York Times»-Bestseller, mit den Missständen in Hollywood aufräumte, als wandelbare Charakterdarstellerin.

Nicht zuletzt im Kinomutterland Frankreich wird Stone frenetisch gefeiert: In Cannes konnte sie kürzlich den höchsten Orden für Kulturschaffende, den Frankreich vergibt, entgegennehmen, den «Commandeur des Arts et Lettres». Festivalchef Thierry Fremaux verlieh der Schauspielerin die grosse Ehrung. Er unterstrich damit seine Wertschätzung für die Hollywoodikone, die in diesem Jahr auch die Goldene Palme an den Gewinnerfilm überreichte und in Frankreich geliebt wird wie einst Kim Novak. Schon 2005 adelte die Filmzeitschrift Cahiers du cinéma den Star und widmete ihr das Cover.

Sharon Stone, geboren in Meadville, einer Kleinstadt in Pennsylvania, schlug zunächst eine Karriere als Model ein. Als 17-Jährige sah sie sich zur «Miss Pennsylvania» gekürt. Kurz darauf zog sie nach New York, um professionell zu modeln. Aber bald schon sollte sie sich auf der Leinwand wiederfinden: Woody Allen, gab ihr in STARDUST MEMORIES (1980) die erste Statistenrolle, im Abspann war Stone aufgeführt als das «Schöne Mädchen im Zug».

Einen Namen machte sie sich dann dank Regisseur Paul Verhoeven, der sie zunächst in TOTAL RECALL (1990) besetzte, bevor er ihr zwei Jahre später die Rolle der Frau mit dem Eispickel, Catherine Tramell, in BASIC INSTINCT anvertraute. Nach diesem Grosserfolg drehte Stone Film um Film: In SLIVER (1993) spielte sie an der Seite von William Baldwin und für THE SPECIALIST (1994) stand sie mit Sylvester Stallone vor der Kamera. Den Western THE QUICK AND THE DEAD (1995), in dem sie sich als Revolverheldin bewies, machte sie als Koproduzentin überhaupt erst möglich. Es folgten Auftritte in namhaften Produktionen wie LAST DANCE (1996) und SPHERE (1998), im Drama THE MIGHTY (1998) und in der Komödie THE MUSE (1999) stellte Stone ihre Wandelbarkeit weiter unter Beweis und durfte sich über zwei weitere Golden Globes freuen. In den letzten Jahren wirkte sie unter anderem in THE LAUNDROMAT (2019) mit, der am ZFF als Gala Premiere gezeigt wurde.

Schliesslich konnte sich Stone auch in TV-Serien hervortun, zuletzt in der Netflix-Produktion RATCHED (2020). Davor überzeugte sie in THE NEW POPE (2019) und der HBO-Serie MOSAIC (2017), und bereits 2004 gewann sie für ihre Leistung in THE PRACTICE (2004) einen Emmy in der Kategorie Gastdarstellerin in einer Dramaserie.

Auch für ihr gesellschaftliches Engagement wurde Stone verschiedentlich ausgezeichnet, etwa mit einem Nobel Peace Summit Award, dem Harvard Humanitarian Award, einem Human Rights Campaign Humanitarian Award und dem Einstein Spirit of Achievement Award.

Frühere Preisträgerinnen und Preisträger des Golden Icon Awards sind u.a. Juliette Binoche, Cate Blanchett, Glenn Close, Arnold Schwarzenegger, Michael Douglas, Richard Gere und Sean Penn.

Partner des Golden Icon Award ist die Credit Suisse.

Das vollständige Programm des 17. Zurich Film Festival wird am Donnerstag, dem 9. September, ab 12 Uhr auf der Webseite veröffentlicht. Zudem ist es auf der offiziellen Festival-App Tribo einsehbar, wo auch ein persönliches Festivalprogramm zusammengestellt werden kann. Der Ticketverkauf startet am Montag, den 13. September, ab 12 Uhr.


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