On The Road: 10 Filme über das Unterwegssein

04. Juli 2018

Auf einer langen Reise, beim Trampen durchs Nirgendwo oder auf einem Roadtrip sieht und erlebt man Dinge, die einem nur unterwegs passieren können. Doch nicht alle ‚On the Road’-Geschichten sind angenehm oder passieren gar freiwillig. In AMERICAN HONEY hat die Aussenseiterin Star kein richtiges Zuhause, in BECOMING WHO I WAS muss der tibetische Junge Angdu einen langen Fussmarsch hinter sich bringen und in MADAME B, HISTOIRE D’UNE NORD-CORÉENNE begibt sich eine Nordkoreanerin auf eine gefährliche Flucht. Dass oftmals nicht das Ziel das Ziel ist, sondern der Weg dorthin, tönt wie ein Klischée. Die folgenden Filme aber zeigen, dass tatsächlich das Unterwegssein die grössten Herausforderungen und schönsten Überraschungen bereithält.
  

AMERICAN HONEY (USA/UK, 2016)


Auf einem Parkplatz vor einem Supermarkt in Oklahoma wühlt die 18-jährige Star mit ihren beiden Geschwistern nach Essensabfällen. Als plötzlich mit lautem Karacho ein Van angefahren kommt, wird Star von einer wilden Truppe Jugendlicher überrascht. Schon am nächsten Tag schliesst sich Star diesen merkwürdigen Ausreissern an, die mit einem Van, lauter Musik und ausgelassener Stimmung durch die Südstaaten tingeln – und ihr Geld mit dem Verkauf von Magazin-Abos verdienen. Die Hoffnungslosigkeit der Jugendlichen blitzt hinter einer nur scheinbar glänzenden Oberfläche immer wieder hervor.

Erhältlich: DVD | Bluray

 

AVANT LA FIN DE L’ÉTÉ (Schweiz/Frankreich, 2017)

 
Nach fünf Jahren Studium in Paris hat Arash die Nase voll von Frankreich. Der sensible Iraner hat das Gefühl, hier nicht glücklich zu werden, und überhaupt sind die Franzosen ganz anders – findet er. In der Hoffnung, dass er doch bleibt, überreden ihn seine Freunde Hossein und Ashkan, noch eine letzte gemeinsame Reise zu machen. Und so brechen die drei ungleichen Freunde schon bald mit vollgepacktem Auto in den südfranzösischen Sommer auf. Campingplätze, Bier auf Strassenfesten, frische Meeresluft. Und eines Tages lernen sie die Musikerinnen Charlotte und Michèle kennen … Ob Arash dennoch nach Iran zurück will?

Erhältlich: DVD [international]

 

AWAY WE GO (USA, 2009)


Die Eheleute Burt und Verona erwarten ein Kind und wünschen sich für ihren Nachwuchs das perfekte Zuhause. Sie machen sich auf den Weg quer durch Amerika, um im Umfeld von Freunden und Verwandten den Prototyp des idealen Heims zu suchen. Doch die Odyssee von Phoenix über Wisconsin bis nach Montreal endet ernüchternd: Überall das gleiche abschreckende Bild von nicht funktionierendem Familienleben. Als die Umstände sie nach Miami führen, realisieren sie, dass sie nur dann glücklich werden können, wenn sie ihr Zuhause gemäss eigenen Vorstellungen aufbauen.

Erhältlich: DVD

 

BECOMING WHO I WAS (Südkorea, 2016)

 
Angdu ist kein gewöhnlicher Junge, denn als „Rinpoche“ war er in einem früheren Leben ein bedeutender buddhistischer Meister und wird in seinem Dorf im indischen Hochgebirge schon als Sechsjähriger wie ein Heiliger verehrt. Sein Patenonkel Urgain, ein Mönch und traditioneller Doktor, bereitet ihn über Jahre liebevoll darauf vor, seine Weisheit dereinst weiterzugeben. Damit Angdu allerdings in sein weit entferntes Kloster in Tibet zurückkehren kann, wird die Ankunft eines Gesandten erwartet. Doch Jahre verstreichen ergebnislos, so dass sein Ansehen im Dorf langsam schwindet. Urgain aber hält weiter zu ihm, und eines Tages beschliessen die beiden, sich ohne fremde Hilfe auf den beschwerlichen und weiten Weg zum „Dach der Welt“ zu begeben.

  

LA DELGADA LINEA AMARILLA / THE THIN YELLOW LINE (Mexiko, 2015)


Fünf Männer, mit denen es das Leben nicht immer gut gemeint hat, erhalten den Auftrag, den Mittelstreifen einer 217 Kilometer langen Strasse im mexikanischen Bundesstaat San Luis Potosi neu zu markieren. Mit einem alten Truck, einem Hund und jeder Menge gelben Farbeimern machen sie sich in der prallen Hitze an die Arbeit. Dass diese nur scheinbar öde Aufgabe ihr Leben verändern wird, ahnt noch keiner der ungleichen Kameraden.

Erhältlich: DVD [international]

 

LA JAULA DE ORO (Mexiko/Spanien, 2013)

 
Juan hat sich entschieden, Guatemala City zu verlassen und sich, zusammen mit den Zufallsbekanntschaften Sara und Samuel, auf die beschwerliche Reise in Richtung Kalifornien zu machen. Unterwegs treffen die Teenager auf den Indio Chauk, der des Spanischen nicht mächtig ist. Während sich Sara liebevoll um den verlorenen Jungen kümmert, sieht Juan die Reisepläne durch den papierlosen Neuen gefährdet. Erst die Fahrt auf dem „Todeszug“ quer durch Mexiko schweisst die Flüchtlinge zusammen – bis sich ihre Wege plötzlich trennen.

Erhältlich: DVD 

 

LA NOVIA DEL DESIERTO / THE DESERT BRIDE (Argentinien/Chile, 2017)

 
Die letzten 30 Jahre hat sie in Buenos Aires als Haushälterin gearbeitet und ihre persönlichen Interessen den Bedürfnissen einer anderen Familie unterstellt. Diese kann Teresa jedoch nicht länger beschäftigen und bietet ihr einen Job bei Bekannten – 700 Meilen entfernt in San Juan. Die lange Reise durch die argentinische Wüste nimmt eine unglückliche Wendung, als Teresa ihr gesamtes Gepäck abhanden kommt. Nur der genauso charmante wie undurchschaubare fahrende Händler Gringo kann ihr helfen, ihr Gepäck – und ihren Seelenfrieden – wiederzufinden.

 

MADAME B, HISTOIRE D’UNE NORD-CORÉENNE (Frankreich/Südkorea, 2016)

 
Mit dem Ziel, zusätzliches Geld für ihre verarmte Familie zu verdienen, nimmt Madame B im Jahr 2003 die beschwerliche Flucht von Nordkorea nach China auf sich – und wird prompt von ihren Schmugglern an einen chinesischen Bauern verkauft. Bald gewöhnt sich die Überlebenskünstlerin an ihren neuen Ehemann und ihre neue Familie, lernt sie gar zu lieben. In China baut sie ihr eigenes Schmuggler-Netzwerk auf und verhilft ihrer koreanischen Familie zur Flucht nach Südkorea. Hin- und hergerissen zwischen ihrem sicheren Leben in China und dem Wunsch, ihre Söhne wiederzusehen, bricht sie schliesslich zu einer zweiten abenteuerlichen Reise auf.

 

OUT (Slovakei/Tschechien/Ungarn, 2017)

 
Als der ungarisch-slowakische Kernkraftwerk-Arbeiter Ágoston urplötzlich entlassen wird, beschliesst er, nach Lettland aufzubrechen, um Arbeit an einem Ostseehafen zu finden. Aber dies ist nur der Beginn einer Odyssee durch die rohe und absurde Welt Osteuropas, die Ágoston eine Runde Nacktbier, Begegnungen mit einer korrupten Tierschützerin, einem ausgestopften, ohrenlosen Hasen und einem impulsiven Russen mit seiner bis zur Unmenschlichkeit operierten „Superfrau” bringt. Dabei wollte Ágoston eigentlich einfach fischen gehen …

 

POP AYE (Singapur, 2017)


Vor kurzem noch einer der angesehensten Architekten Bangkoks, scheint Thanas Zeit nun vorbei: Sein einstiger Prestigebau steht vor dem Abriss, auf der Arbeit wird er durch Jüngere ersetzt und auch seine Frau zeigt kein Interesse mehr. Als er eines Tages auf der Strasse unverhofft sein Kindheits-„Haustier“, den Elefanten Pop Aye, zu erblicken glaubt, fasst Thana einen Plan: Er kauft den Elefanten kurzerhand zurück und macht sich bald mit ihm auf den Weg in sein Heimatdorf – weg vom Stress und Konkurrenzdruck der Metropole.

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