Vier Schweizer Produktionen für den Filmmaker Award nominiert

02. September 2015

Erstmals vergibt der im Dezember 2014 gegründete Verein zur Filmförderung in der Schweiz die mit 100'000 Franken dotierte Produktions- und Postproduktionsförderung an einen oder mehrere Schweizer Filmschaffende. Die Jury, die aus Regisseur Marc Forster, IWC-CEO Georges Kern und ZFF-Co-Direktor Karl Spoerri besteht, ehrt die Preisträger neben der Fördersumme zudem mit dem Filmmaker Award. Teilnahmeberechtigt zur Einreichung für die neue Filmförderung waren Schweizer Filmschaffende, deren Kinospiel- oder Kinodokumentarfilme sich zurzeit in der Produktions- oder Postproduktionsphase befinden.

Aus den eingereichten Projekten hat die Jury vier Finalisten bestimmt:

EUROPE, SHE LOVES von Jan Gassmann
Produktion: Lisa Blatter (2:1 Film GmbH), Andreas Hörl (Lütje, Schneider, Hörl FILM).

20'000 Kilometer im Bus hat der Regisseur Jan Gassmann mit einem kleinen Team zurückgelegt, um Liebespaare in Sevilla, Dublin, Tallinn, Zagreb und Thessaloniki zu portraitieren. Entstanden ist dabei eine halbfiktionale Polit-Dokumentation über Europa in der Krise: Fünf Paare kämpfen mit viel Witz und Liebe um ihr tägliches Überleben. Die Geschichte des Films, der sich momentan in der Postproduktion befindet, bewegt sich geschickt zwischen Spiel- und Dokumentarfilm; auffallend sind die intime Kameraführung und die düstere Atmosphäre.

GOLIATH von Dominik Locher
Produktion: Dario Schoch, Rajko Jazbec (Cognito Films).

GOLIATH erzählt die Geschichte des jungen David. Nachdem dieser mit seiner schwangeren Freundin auf dem Nachhauseweg überfallen wird, fühlt er sich als Schwächling. Verunsichert in seiner Rolle als Mann und angehender Vater pumpt er sich mit anabolen Steroiden voll – und wird dadurch zur Gefahr für seine Familie, die er eigentlich beeindrucken und beschützen wollte. Die Dreharbeiten zu GOLIATH haben im Juli 2015 begonnen. Regie führt der an der Zürcher Hochschule der Künste und am American Film Institute ausgebildete Dominik Locher, der als grosse Schweizer Regie-Hoffnung gilt.

UND MORGEN SEID IHR TOT von Michael Steiner
Produktion: Bernhard Burgener, Norbert Preuss (Kontraproduktion).

Der Film erzählt die wahre Geschichte von Daniela Widmer und David Och. Die beiden Schweizer wurden im Juli 2011 auf einer Reise entlang der historischen Seidenstrasse in Pakistan von den Taliban verschleppt. Nach acht Monaten Gefangenschaft gelang ihnen die Flucht. Der Film will nicht nur die Ereignisse in Pakistan beleuchten, sondern auch die schwierige Zeit nach der Rückkehr in die Schweiz thematisieren. Der Start der Dreharbeiten ist im Februar 2016 in Indien geplant. Die Regie übernimmt der bekannte Schweizer Filmemacher Michael Steiner (GROUNDING, MEIN NAME IST EUGEN).

WAFFENLÄUFER von Hannes Baumgartner
Produktion: Stefan Eichenberger, Ivan Madeo (Contrast Film).

Der Zürcher Regisseur Hannes Baumgartner, Gewinner des Zürcher Filmpreises, hat sich für sein Spielfilmdebüt einen brisanten Stoff ausgesucht: Die Handlungen der Filmfigur beruhen auf der wahren Tragödie eines bekannten Schweizer Langstreckenläufers. Auf dem Höhepunkt seiner Sportlerkarriere stellt sich heraus, dass er ein verhängnisvolles Doppelleben führt und ein im ganzen Land gesuchter Serientäter ist, der über zwei Dutzend Frauen ausgeraubt, verletzt oder getötet hat. Das Projekt WAFFENLÄUFER befindet sich derzeit in der Finanzierungsphase.

Originalität und Professionalität

„Alle vier Filmprojekte haben uns durch ihren Mut zum Aussergewöhnlichen sowie durch ihre Originalität und Professionalität überzeugt. Jede Produktion hat das Potential, auch im Ausland ein Publikum zu finden“, fasst Karl Spoerri zusammen.

Der Verein zur Filmförderung in der Schweiz wurde von Regisseur Marc Forster, IWC-CEO Georges Kern, den ZFF-Co-Direktoren Nadja Schildknecht und Karl Spoerri sowie Ringier-CEO Marc Walder gegründet. „In der Schweiz gibt es ein lebendiges Filmschaffen und auch viele Talente. Vor allem in einer fortgeschrittenen Phase der Produktion fehlen jedoch oft die nötigen finanziellen Mittel, um ein Projekt erfolgreich abzuschliessen“, konstatiert Georges Kern, CEO der Uhrenmanufaktur IWC Schaffhausen.


zurück