Deutschsprachiger Spielfilmwettbewerb

09. September 2013

Die acht Produktionen im ZFF-Wettbewerb Deutschsprachiger Spielfilm bieten einen Querschnitt durch das aktuelle Filmschaffen in diesem Raum. Selektioniert wurden:

 

Finsterworld

Unterwegs in einem unwirklichen Deutschland mit einer Handvoll Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Schön, nett, erfolgreich und glücklich sind sie – bis sie uns ihre abartigen Seiten zeigen und wir merken, dass der Schritt aus der Idylle in den Abgrund nur ein ganz kleiner ist. Frauke Finderwalders boshaft-ironische Antithese zum Heimatfilm.

 

Houston

Der Headhunter Clemens soll den CEO der Texas Oil Company für einen deutschen Autokonzern abwerben – ein Auftrag, der sich zusehends als Mission impossible in einem menschenverachtenden Dschungel erweist. Bastian Günthers Reise in die Welt der Grosskonzerne analysiert persönliches Scheitern, in dem aber auch Hoffnung ist.

 

Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste

Die nach Cannes eingeladene junge Regisseurin Isabell ist schnell desillusioniert – in diesem Business gelten noch immer die alten Rollenmuster, und auch ihr neuestes Projekt stösst auf Ablehnung. Isabell Šuba experimentiert vor der Kulisse des weltgrössten Filmfestivals mit Sein und Schein: Sie nutzte ihre Einladung zu einem hintergründigen Spiel, in dem Fiktion und Realität laufend ineinanderfliessen.

 

Die Erfindung der Liebe

Was tun, wenn mitten in den Dreharbeiten die weibliche Hauptdarstellerin verschwindet? Man besetzt die Rolle mit der Praktikantin. Aber dieser geraten alsbald Fiktion und Realität durcheinander. Lola Randls Komödie über das Filmemachen, zugleich eine Hommage an die während der Aufnahmen verstorbene Schauspielerin Maria Kwiatkowsky.

 

Tore tanzt

Was passiert, wenn einer seine andere Wange tatsächlich auch noch hinhält? Der „Jesus-Freak“ Tore exerziert es vor, denn der angeblich fürsorgliche Freund Benno, der ihm Familienanschluss gewährt hat, entpuppt sich als ausgemachter Sadist. Katrin Gebbes Debüt ist eine kompromisslos erzählte, verstörende Passionsgeschichte.

 

Nordstrand

Das Wiedersehen der beiden Brüder Marten und Volker bringt nicht die erhoffte Aussöhnung mit der Vergangenheit: Die von einem Kindheitstrauma aufgebrachte Frage nach Schuld und Verantwortung bleibt ohne Antwort. Florian Eichingers zweiter Spielfilm thematisiert den langen Arm von familiärer Gewalt.

 

Die Frau, die sich traut

Als der Arzt bei der ehemaligen DDR-Rekordschwimmerin Beate Krebs diagnostiziert, beschliesst sie, sich einen letzten Traum zu erfüllen: Den Ärmelkanal durchschwimmen. Es beginnt ein erbarmungsloser Kampf – gegen den Körper, die Widerstände in der Familie, auch gegen die Zeit. Ein filmisches Plädoyer für Selbstbestimmung von Marc Rensing.

 

Talea

Als Jasmins Mutter Eva aus dem Gefängnis entlassen wird, will die 14-Jährige nach Jahren der Trennung eine neue Beziehung zu ihr aufbauen. Aber sie muss schliesslich einsehen, dass der Freiheitsdrang ihrer Mutter viel zu stark ist, als dass sich ihr eigener Wunsch nach Nähe und Geborgenheit je erfüllen könnte. Katharina Mücksteins Film erzählt auf behutsame Weise eine grosse, universelle Geschichte.

 

Die vierköpfige Jury des Deutschsprachigen Spielfilmwettbewerbs besteht aus  der vielfach ausgezeichneten Schauspielerien und Jury-Präsidentin Veronica Ferres, der promovierte Medienrechtlerin Manuela Stehr, dem Produzenten Jochen Laube und dem schweizer Drehbuchautor und Regisseur Rolf Lyssy.


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