ZFF lanciert Feierlichkeiten zu Dürrenmatt-Jubiläum

30. Juli 2020

Im Januar 2021 wäre der grosse Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt 100 Jahre alt geworden. Wie kein anderer Schweizer hat er Filmemacher aus der ganzen Welt inspiriert. Aus diesem Grund zeigt das 16. Zurich Film Festival eine Auswahl der besten Dürrenmatt-Verfilmungen und Experten wie Diogenes-Chef Philipp Keel sind für einleitende Gespräche vor Ort und lassen in ihren Erzählungen den Geist Dürrenmatts aufleben.

Friedrich Dürrenmatt - Ruedi Bliggenstorfer/RDB/ullstein bild via Getty Images

Friedrich Dürrenmatt (1977). Bild: Ruedi Bliggenstorfer/RDB/ullstein bild via Getty Images.

Selten hat ein Schweizer Schriftsteller Filmemacher weltweit so stark inspiriert wie Friedrich Dürrenmatt (1921-1990). Seine Werke wurden von Regie-Grössen wie Ettore Scola, Maximilian Schell, Bernhard Wicki oder Sean Penn adaptiert. Am 16. Zurich Film Festival sollen Dürrenmatt und seine Werke deshalb als Dürrenmattinées zelebriert und diskutiert werden. „Dürrenmatt war ein cineastischer Literat, der alleine in Szenenbeschrieb und Figurenkonstellation eine grosse Intensität erzeugte. Viele der Buch-Adaptionen begeistern, weil sie quasi schon auf einem bestechenden Szenarium basierten“, erklärt ZFF Artistic Director Christian Jungen. „Deshalb lancieren wir die Dürrenmatt Jubiläums-Feierlichkeiten mit einer Matinée-Reihe im Filmpodium.“

Unter den Werken der Dürrenmattinée finden sich neben den Verfilmungen seiner Originaldrehbücher ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG (1958) von Ladislao Vajda mit Heinz Rühmann und DER RICHTER UND SEIN HENKER (1975) von Maximilian Schell auch fulminante Adaptionen seiner grössten Klassiker wie THE VISIT (1964) von Bernhard Wicki mit Ingrid Bergman und Anthony Quinn, THE PLEDGE (2001) von Sean Penn mit Jack Nicholson und LA PIU BELLA SERATA DELLA MIA VITA (1972) von Ettore Scola.

Die Filmvorführungen werden begleitet von einführenden Gesprächen renommierter Expertinnen und Experten, die als Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter oder besondere Kennerinnen und Kenner von Friedrich Dürrenmatt die filmischen Werke innerhalb dessen Schaffens kontextualisieren und somit auch einen Dialog zwischen Film und Literatur eröffnen. Dem Publikum wird dadurch die exklusive Möglichkeit geboten, am einzigartigen Wissensschatz der Expertinnen und Experten teilzuhaben.

So übernimmt der renommierte Künstler und Diogenes-Verleger Philipp Keel die Einführung von ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG und die erfahrene Belletristik-Lektorin Anna von Planta, die sehr eng mit Dürrenmatt gearbeitet hat, wird über THE VISIT sprechen. Die Gespräche mit den Expertinnen und Experten werden jeweils den Filmscreenings vorangeführt und dauern maximal 30 Minuten. Die Moderation übernimmt Christian Jungen, der künstlerische Leiter des ZFF.

Die Vorführungen werden in der zweiten Festivalwoche von Montag 28.09.20 bis Freitag 02.10.20 im Filmpodium stattfinden. Dies bietet den perfekten Rahmen für Wissensvermittlung, generationenübergreifenden Austausch und der Würdigung Dürrenmatts. Es markiert zudem den Auftakt weiterer Feierlichkeiten zu Ehren Dürrenmatts. So wird das Filmpodium im Dezember Dokumentarfilme über Friedrich Dürrenmatt zeigen und im Januar und Februar Verfilmungen seiner literarischen Stoffe. Der Diogenes Verlag nimmt dabei zusammen mit dem Centre Dürrenmatt und dem Schweizerischen Literaturarchiv die Rolle der treibenden Kraft ein. Auch das Maison du futur plant verschiedene Projekte rund um das 100. Jubiläumsjahr des Schriftstellers.

Friedrich Dürrenmatt (1921-1990)

Friedrich Dürrenmatt kam 1921 in Konolfingen, Bern zur Welt. Er studierte Philosophie, Naturwissenschaften und Germanistik in Bern und Zürich und war als Dramatiker, Essayist, Maler und Erzähler tätig. Dürrenmatt schuf sich einen Namen mit seinen Kriminalromanen und Erzählungen wie  „Der Richter und sein Henker“, „Der Verdacht“, „Die Panne“ und „Das Versprechen". Den weltweiten Durchbruch erlebte er mit drei seiner Werke: 1956 mit der Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“, 1962 mit „Die Physiker“ und 1966 mit „Der Meteor“. Dürrenmatt verstarb 1990 in Neuchâtel und würde nächstes Jahr am 5. Januar 100 Jahre alt.


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