Filmpreis der Kirchen geht an: WAREN EINMAL REVOLUZZER

03. Oktober 2019

Die österreichische Tragikomödie WAREN EINMAL REVOLUZZER von Johanna Moder wird mit dem ökumenischen Filmpreis der Zürcher Kirchen ausgezeichnet. Der Film wurde als Weltpremiere am ZFF gezeigt.

WAREN EINMAL REVOLUZZER

Filmstill WAREN EINMAL REVOLUZZER

«Die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin Julia Jentsch geht im Film auf einem besonders anspruchsvollen Grat, der gleichzeitig der Königsweg der Komödie ist: Stets nah am Abgrund zur bitteren Tragödie. Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht und wurde dabei trotzdem nachhaltig zum Nachdenken angeregt,» erklärt Jury-Präsidentin Lucie Bader den Entscheid für WAREN EINMAL REVOLUZZER.

Zum Film: Nach dem Hilferuf eines russischen Freundes aus Studentenzeiten ergreifen zwei befreundete Wiener Paare, urbane und idealistische Enddreissiger, kurzentschlossen die verlockende Chance zu helfen: Endlich einmal nicht nur reden, sondern wirklich etwas tun. Doch was die Wiener als Abenteuer begreifen, bedroht rasch das Gefüge der alten Freundschaft und der Beziehungen zueinander. Die Aufnahme des russischen Dissidenten, der unversehens mit Frau und Kind anreist, führt zur ebenso komischen wie abgründigen Revolte in den festgefahrenen Beziehungsstrukturen zweier Paare.

«Der Witz im Film ist hoffnungsvoll, weil sein Lachen die Fallhöhe verringert und den Aufprall lindert. Im Lachen erkennen wir uns selbst als gefallene Idealisten und Idealistinnen wieder», meint Filmjournalist Thomas Binotto aus der Kirchenjury. Lucie Bader ergänzt: «Johanna Moder ist eine witzige, aber keine zynische Autorin. Sie lässt keine ihrer Figuren ins vollends Lächerliche kippen».

Cast und Crew von WAREN EINMAL REVOLUZZER am 15. ZFF (Bild: Getty Images)

Cast und Crew von WAREN EINMAL REVOLUZZER am 15. ZFF (Bild: Getty Images)

Die Jury wählte aus den 12 Filmen der Reihe «Fokus» mit Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vom Zurich Film Festival ihren Favoriten. Einsitz nahm in diesem Jahr erstmals die Regisseurin Barbara Miller, die im letzten Jahr mit ihrem religionskritischen Film «#Female Pleasure» Aufmerksamkeit erhielt.

Julia Jentsch als Hauptdarstellerin wird den Preis stellvertretend für die Regisseurin Johanna Moder an der Preisverleihung im Folium am Abend entgegennehmen. Das Preisgeld beträgt CHF 5'000.

Der Filmpreis der Zürcher Kirchen ist ökumenisch ausgerichtet und fördert den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen.


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