Das ZFF 2020 kann stattfinden

28. Mai 2020

Am Mittwoch (27. Mai) hat der Bundesrat über weitere Lockerungen entschieden. Die Kinos dürfen ab dem 6. Juni wieder öffnen und Anlässe bis 300 Personen können wieder stattfinden. Was bedeutet das nun für die Planung des 16. Zurich Film Festival? Artistic Director Christian Jungen gibt Antworten.

Fans warten am grünen Teppich auf die Ankunft von Johnny Depp (2018)

Fans warten am grünen Teppich auf die Ankunft von Johnny Depp (2018)

Was bedeuten die Lockerungen, welche der Bundesrat gestern angekündigt hat, für das Zurich Film Festival?

Christian Jungen: Endlich haben wir mehr Planungssicherheit. Das ist für uns eine grosse Erleichterung. Wir lassen den Plan B jetzt wieder in der Schublade verschwinden und konzentrieren uns darauf, den physischen Anlass zu organisieren, bei dem die Besucherinnen und Besucher wieder gemeinsam im Kino lachen und weinen können. Fest steht: Das ZFF 2020 kann stattfinden und wir haben gestern zur Feier des Tages Daniel Koch, dem Mister Corona des Bundes, eine Einladung zur Opening Night geschickt.

Trotzdem ist eine zweite Welle im Herbst nicht ausgeschlossen. Welche Sicherheitsmassnahmen werden für den Betrieb in den Kinos getroffen?

Wir werden uns selbstverständlich an das Schutzkonzept des Branchenverbandes Procinema halten. Dieses sieht vor, dass wir Desinfektionsmittel für die Hände bereitstellen, die Kinos gut lüften und sicherstellen, dass die Menschen im Foyer Abstand halten. Insbesondere ist es wichtig, dass sich bei Ein- und Auslass keine unkontrollierten Menschenströme bilden können. Weiter planen wir auf digitale Verkaufskanäle umzustellen. Es soll also keinen physischen Billettverkauf mehr geben. So wissen wir auch, wer zu uns ins Kino kommt und könnten im Falle einer Ansteckung die Infektionskette zurückverfolgen.

Werdet ihr auch auf die Tracing-App SwissCovid setzen?

Ja, wir vom ZFF empfehlen unseren Mitarbeitern wie auch unseren Besuchern, diese App herunterzuladen. Sie ist ein wichtiges Mittel, um Menschen rechtzeitig in die Quarantäne schicken zu können, wenn sie mit einer infizierten Person in Kontakt waren. Dass die App von unseren Partnern, der ETH Zürich und der EPF Lausanne entwickelt wurde, freut uns natürlich besonders.

Welcher Abstand muss den nun in den Kinos eingehalten werden?

Wenn die Pandemie weiter abflacht vielleicht gar keiner mehr bis Ende September, wenn wir stattfinden. Klar ist, dass laut Bundesrat nun die Kinos selber in der Pflicht sind und bis Ende Juni maximal 300 Leute pro Vorstellung einlassen dürfen. Die 2-Meter-Regel ist eine Empfehlung, kann sie nicht eingehalten werden – zum Beispiel in den Kinos -, ist es wichtig, zu wissen, wer wo gesessen hat.

Wie sieht es denn inhaltlich aus – findet ihr genug Filme?

Ja, es ist tatsächlich so, dass wir dieses Jahr noch mehr die Qual der Wahl haben, weil ja viele Frühjahrs- und Sommerfestivals abgesagt wurden und entsprechend mehr Filme noch keine Premiere feiern konnten. Wir sind zudem zuversichtlich, dass die Filmschaffenden und Stars bis im Herbst auch aus Übersee wieder anreisen können, konzentrieren uns aber vorderhand auf europäische Gäste.


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