Das Zurich Film Festival ehrt die französische Schauspielerin Leïla Bekhti mit dem Golden Eye Award und würdigt damit sowohl ihre herausragende Karriere als auch ihre bemerkenswerte Leistung in VIOLETTE, dem neuen Film von Jean-Pierre Jeunet. Bekhti wird den Preis am 1. Oktober persönlich entgegennehmen und im Rahmen eines ZFF Masters über ihre Karriere reflektieren.
Seit fast zwei Jahrzehnten bewegt sich Leïla Bekhti mühelos zwischen Arthouse-Kino und grossen französischen Kassenerfolgen. Von Drama bis Komödie, von Nebenrollen bis hin zu Hauptrollen hat sie mit Regisseuren wie Radu Mihăileanu, Damien Chazelle, Jacques Audiard und Jean-Pierre Jeunet zusammengearbeitet und jeder Figur, die sie verkörpert, bemerkenswerte emotionale Tiefe, Stärke und Verletzlichkeit verliehen. In VIOLETTE führt sie ein friedliches Leben in einem kleinen Dorf in Burgund, bis ein neuer Polizeichef eintrifft, dessen Ermittlungen längst vergrabene Geheimnisse wieder ans Licht bringen. Regie führte Jean-Pierre Jeunet, der gefeierte Filmemacher hinter DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE.
«Leïla Bekhti ist eine der führenden Schauspielerinnen des zeitgenössischen französischen Kinos», sagt Christian Jungen, CEO des Zurich Film Festival. «Sie zeichnet sich durch ihre aussergewöhnliche Vielseitigkeit und ihre bemerkenswerte Leinwandpräsenz aus. Sie verleiht jeder Rolle eine seltene emotionale Tiefe und zieht das Publikum immer wieder in ihren Bann, so auch in VIOLETTE, einem tief bewegenden Drama, das uns sehr berührt hat und durchaus zu einem der grössten französischen Kinoerfolge des Jahres werden könnte. Wir freuen uns sehr, Leïla Bekhti wieder in Zürich willkommen zu heissen und ihren herausragenden Beitrag zum Kino zu würdigen.»
Leïla Bekhti sagt: «Ich bin zutiefst bewegt und fühle mich wirklich geehrt, den Golden Eye Award zu erhalten. Ich freue mich darauf, Sie diesen Herbst in Zürich zu treffen.»
Eine einzigartige Karriere
Leïla Bekhti wurde 1984 in Issy-les-Moulineaux geboren und wuchs im nahegelegenen Bagneux auf, bevor sie sich als eine der führenden Persönlichkeiten des zeitgenössischen französischen Kinos etablierte. Ihr Filmdebüt gab sie in SHEITAN (2006) unter der Regie von Kim Chapiron. Kurz darauf war sie in dem Episodenfilm PARIS, JE T’AIME (2006) zu sehen. Im Jahr 2009 wurde Bekhti Teil der Besetzung von A PROPHET, dem mit dem Grand Prix des Filmfestivals von Cannes ausgezeichneten Film von Jacques Audiard. Ihre Mitwirkung an dieser wegweisenden Produktion begleitete die Anfänge einer Karriere, die sie schnell als eine der prägenden Schauspielerinnen ihrer Generation etablieren sollte – sowohl im Arthouse-Kino als auch in grossen kommerziellen Erfolgen. Ihren ersten grossen Publikumserfolg feierte sie mit ALL THAT GLITTERS (2010), in dem sie eine junge Frau aus den Pariser Vororten spielte, die von einer Welt der Privilegien fasziniert ist. Für diese Darstellung wurde sie 2011 mit dem César als vielversprechendste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Anschliessend stellte sie in THE SOURCE (2011) die Bandbreite ihres Talents unter Beweis, indem sie eine Frau spielte, die in einem nordafrikanischen Dorf einen Sexstreik initiiert, um bessere Lebensbedingungen für die Frauen ihrer Gemeinschaft zu erreichen. In SINK OR SWIM (2018) war sie in einem der grössten französischen Kinohits der letzten Jahre zu sehen. Im Fernsehen spielte sie die Ermittlerin Kahina Zadi in MIDNIGHT SUN (2016), bevor sie 2020 zur Besetzung von THE EDDY, der gefeierten Miniserie von Damien Chazelle, stiess. Ihre Darstellung einer Mutter, die in THE RESTLESS (2021) in einen erschütternden Sorgerechtsstreit verwickelt ist, brachte ihr 2022 eine César-Nominierung als beste Hauptdarstellerin ein. Im Jahr 2024 erhielt sie eine weitere César-Nominierung, diesmal als beste Nebendarstellerin, für ihre Leistung in ALL YOUR FACES, in dem sie eine Frau spielt, die mit den Folgen eines Gewaltverbrechens konfrontiert ist. In jüngerer Zeit brachte ihr Auftritt in MY MOTHER, GOD AND SYLVIE VARTAN unter der Regie von Ken Scott, in dem sie eine zentrale Rolle übernimmt, ihr eine weitere César-Nominierung als beste Hauptdarstellerin ein und markierte einen wichtigen neuen Meilenstein in ihrer Karriere. Im Jahr 2012 war Leïla Bekhti Mitglied der Jury der Sektion «Un Certain Regard» bei den Filmfestspielen von Cannes. Im Jahr 2026 kehrte sie als Vorsitzende derselben Jury zurück. Diese Ernennung krönte eine sowohl vom Publikum als auch von der Kritik gefeierte Karriere und bestätigte ihren Platz unter den führenden Persönlichkeiten des zeitgenössischen französischen Kinos.