Ein Abend im Zeichen der Filmmusik und zwei Weltpremieren
© Jonas Wiemann
*Update vom 23. Dezember 2025: Nach der öffentlichen Aufführung und Prämierung des Gewinners des 13. Internationalen Filmmusikwettbewerbs am 2. Oktober 2025 ist ein Hinweis eingegangen, dass das prämierte Werk in Teilen nicht originaler Natur sein könnte.
Die beteiligten Institutionen – das Tonhalle-Gesellschaft Zürich, das Forum Filmmusik und das Zurich Film Festival – haben diesen Hinweis sehr ernst genommen und gemeinsam unabhängige Experten beauftragt, die Komposition wissenschaftlich und musikanalytisch zu prüfen. Die Untersuchung hat bestätigt, dass wesentliche Passagen der Gewinnerkomposition von geschützten Werken übernommen wurden, ohne dass ein urheberrechtlicher Abstand geschaffen wurde. Da das Wettbewerbsreglement ausdrücklich verlangt, dass die Teilnehmenden über alle Rechte an der eingesendeten Filmmusik verfügen, stellt dies eine klare Verletzung der Teilnahmebedingungen dar. Der Gewinner des Wettbewerbs wurde daher nachträglich disqualifiziert. Es wird in der Ausgabe 2025 keinen Gewinner geben.
Auf systematische Plagiatsprüfungen wurde bis anhin verzichtet, da man diese nicht als notwendig erachtet hat. Die Integrität und Fairness des Wettbewerbs haben für die Organisatoren des Internationalen Filmmusikwettbewerbs jedoch höchste Priorität. Um einen solchen Vorfall künftig zu verhindern, werden deshalb Schritte geprüft, um sicherzustellen, dass die fürs Finale qualifizierten Werke die Wettbewerbsbedingungen vollständig erfüllen. Im Zentrum steht die Kreativität, Integrität und Eigenständigkeit aller Teilnehmenden, im Sinne der Nachwuchsförderung.
Am achten Tag des Zurich Film Festival feierte die «Cinema in Concert»-Gala gemeinsam mit dem Tonhalle-Orchester Zürich die Kunst der Klänge. Oscarpreisträgerin Hildur Guðnadóttir wurde mit dem Career Achievement Award geehrt und leitete zugleich die Jury des Internationalen Filmmusikwettbewerbs. Neben diesem musikalischen Höhepunkt sorgten gleich zwei Weltpremieren – die SRF-Sitcom UNSERE KLEINE BOTSCHAFT und Paprika Steens Komödie TO NEW BEGINNINGS – für Glanz auf Green Carpet und Leinwand.
Der achte Tag des ZFF stand ganz im Zeichen der Filmmusik. Im Rahmen der diesjährigen «Cinema in Concert»-Gala in der Tonhalle Zürich, wurde die Oscar-prämierte Komponistin Hildur Guðnadóttir mit dem Career Achievement Award ausgezeichnet. Guðnadóttir nutzte den Moment, um über ihre Kunst zu sprechen: «Ich habe viel über den Begriff «Career Achievement» nachgedacht. Musik war schon immer mein ganzes Leben, seit ich denken kann. Ich habe also nie die bewusste Entscheidung getroffen, Karriere als Musikerin zu machen. Für mich ist es etwas, was ich schon immer gemacht habe – so wie atmen», so die 43-Jährige.
Guðnadóttir präsidierte am gleichen Abend die Jury des 13. Internationalen Filmmusik Wettbewerbs (IFMW). Die Kompositionen der drei Finalisten Antonio Di Iorio, Mikal Grigorowitsch und Gary Hirche zum Kurzfilm WILD LOVE, die im Vorfeld von der Jury nominiert wurden, brachte das Tonhalle-Orchester Zürich an diesem Abend zur Uraufführung.
Ein Abend – zwei Weltpremieren
Das Publikum erwartete ein weiteres Schweizer Highlight: Die erste Schweizer Sitcom seit 20 Jahren feierte ihre Weltpremiere. Die Serie UNSERE KLEINE BOTSCHAFT reiste gleich mit Cast und Crew an, darunter Schweizer Persönlichkeiten wie Susanne Kunz, Birgit Steinegger, oder Anaïs Decasper. Im Anschluss präsentierten die Gäste die ersten drei Folgen der SRF-Produktion erstmals dem Publikum im Arthouse Le Paris.
«Wir freuen uns sehr. Der ganze Cast hat bisher noch nichts von der Serie gesehen – nur ganz wenige Ausschnitte. Und jetzt das Ganze zu sehen, also die ersten drei Episoden, das freut uns natürlich besonders», betonte Schauspielerin Susanne Kunz über die aufregende Weltpremiere am ZFF.
© Jonas Wiemann
Weiter ging es auf dem Green Carpet mit den Filmschaffenden der dänischen Komödie TO NEW BEGINNINGS, die am gestrigen Abend ebenfalls ihre Weltpremiere am 21. ZFF feierte. Einige Fans stellten sich bereits zuvor, trotz der Kälte, neben den Green Carpet, um die Filmschaffenden am ZFF begrüssen zu dürfen. Im Anschluss stellte die Regisseurin Paprika Steen den Film gemeinsam mit einem Teil ihres Casts, darunter Tuva Novotny und Lars Brygmann, vor.
© Joshua Sammer
Filmpreis der Zürcher Kirchen verkündet ihren Gewinnerfilm
Am gestrigen Abend wurde bereits der erste Film des ZFF-Filmprogramms ausgezeichnet. Im Rahmen des «Filmpreis der Zürcher Kirchen» wurde der Dokumentarfilm LA VIE APRÈS SIHAM von Namir Abdel Messeeh mit dem Filmpreis der Zürcher Kircher ausgezeichnet. Mit seiner Leichtigkeit und Einfachheit und zugleich auch Tiefe und Experimentierfreudigkeit überzeugt der Dokumentarfilm die fünfköpfige Fachjury.
«Mit seinem Mut zur Nähe, seinem feinen Gespür für Zwischentöne, seinem klaren Wertekompass und seinem Blick für das Zwischenmenschliche ist Klaus Petrus der ideale Festredner für den Filmpreis. Gerade wenn mit Gewinner Namir Abdel Messeeh die universelle Reflexion über Familienbande und den Akt des Erinnerns, voller Wärme, Ehrlichkeit und mit ganz viel Gefühl, im Fokus stehen», teilten die Zürcher Kirchen den Juryentscheid in ihrer Medienmitteilung mit.