Engagiertes Filmschaffen: «Border Lines» am ZFF

06. September 2021

In der Reihe «Border Lines» legt das 17. Zurich Film Festival den Finger auf die Wunden der Gegenwart.

Border Lines Collage

Die Reihe «Border Lines» des Zurich Film Festival (ZFF) ist Filmen gewidmet, die sich mit aktuellen Themen des Weltgeschehens beschäftigen – mit Menschenrechten und humanitären Projekten, mit territorialen und sozialen Spannungen oder auch Konflikten zwischen Individuen und dem Staat. Die Reihe wird vom ZFF in Zusammenarbeit mit Amnesty International, Human Rights-Partnerin des ZFF, organisiert. Zwei Filmgespräche mit Gästen von Amnesty International begleiten das Filmprogramm.

Das Programm besteht aus sieben Kinofilmen und führt in sieben verschiedene Regionen der Welt. «Wie kein anderes Medium ermöglichen Filme dem Zuschauer, unmittelbar am Weltgeschehen teilzuhaben», sagt Christian Jungen, Artistic Director des ZFF. «Dank couragierten Filmemachern blicken wir hinter die Schlagzeilen und erleben persönliche Schicksale hautnah mit: Ein Mann, der vor zwanzig Jahren aus Afghanistan geflohen ist und sich heute seinem Trauma stellt; Mädchen, die vom IS rekrutiert wurden und nun in einem kurdischen Flüchtlingslager vor einer ungelösten Zukunft stehen; Menschen, die bei den Protesten in Hongkong ihr Leben riskieren – die Filme der Reihe ‹Border Lines› legen den Finger auf die Wunden der Gegenwart, zeigen aber auch Menschen, die sich aktiv für eine bessere Zukunft einsetzen. Deshalb sind sie uns ein besonderes Anliegen.»

Das Zurich Film Festival findet dieses Jahr vom 23. September bis 3. Oktober statt.

Das vollständige Programm des 17. Zurich Film Festival wird am Donnerstag, dem 9. September, ab 12 Uhr auf der Webseite veröffentlicht. Zudem ist es auf der offiziellen Festival-App Tribo einsehbar, wo auch ein persönliches Festivalprogramm zusammengestellt werden kann. Der Ticketverkauf startet am Montag, den 13. September.

WRITING WITH FIRE


WRITING WITH FIRE

Schweizer Premiere | Dok: Gesellschaft & Mensch | Indien 2021
Regie: Rintu Thomas, Sushmit Ghosh
Protagonisten: Meera Devi, Suneeta Prajapati, Shyamkali Devi, Alima Tarannum, Alka Manral

Gründlicher Journalismus ist für Meera der Schlüssel zur Gerechtigkeit – deshalb gründete sie die einzige Zeitung in Indien, die nur von Dalit-Frauen, den «Unberührbaren» der untersten Kaste, herausgegeben wird. Täglich kämpfen sie für soziale Veränderung, auch wenn sie dabei ihre eigene Sicherheit riskieren, und hinterfragen damit wagemutig das gesellschaftliche System.

Am 26.9.21 (18.15 Uhr, Filmpodium) mit Gästen und Diskussion im Anschluss

FLEE


FLEE

Dok: Gesellschaft & Mensch | Dänemark, 2021
Regie: Jonas Poher Rasmussen

1989 muss Amin mit seiner Familie aus Afghanistan flüchten – aber nur er schafft es bis nach Kopenhagen. Zwanzig Jahre später steht der inzwischen angesehene Akademiker vor der Hochzeit mit seinem Partner. Der bahnbrechende, animierte Dokumentarfilm über Flucht, Migration und Identitätssuche in Europa gewann den Hauptpreis in Sundance und wird bereits jetzt als Anwärter auf den Oscar gehandelt.

Am 29.9.21 (18.30 Uhr, Piccadilly) mit Gästen und Diskussion im Anschluss

140 KM À L'OUEST DU PARADIS


140 KM À L'OUEST DU PARADIS

Schweizer Premiere | Dok: Gesellschaft & Mensch | Frankreich, Belgien, Papua-Neuguinea, 2021
Regie: Céline Rouzet

Das Versprechen von Geld und Modernisierung bewegt eine Huli-Familie im malerischen Hochland von Papua-Neuguinea dazu, ihr Land an den US-Konzern ExxonMobil zu verkaufen. Der Dokumentarfilm begleitet die Einheimischen, machtlos gefangen zwischen rivalisierenden Clans, korrupten Politikern und einem zynisch anmutenden, multinationalen Konzern.

INSIDE THE RED BRICK WALL

 

INSIDE THE RED BRICK WALL

Schweizer Premiere | Dok: Gesellschaft & Politik | Hong Kong, 2020
Regie: Hong Kong Documentary Filmmakers

«Wir können es uns nicht leisten, Angst zu haben», hallt es während des Massenprotests im November 2019 in Hongkong. Als die Demonstranten innerhalb der backsteinroten Mauern der Universität von der Polizei eingekesselt werden, wird aus Mut Verzweiflung, denn sich zu stellen bedeutet Verhaftung – oder Schlimmeres. Der anonym gemachte Dokumentarfilm kommt mitten aus der Protestbewegung und wurde in Hongkong verboten.

THE RETURN: LIFE AFTER ISIS


THE RETURN: LIFE AFTER ISIS

Schweizer Premiere | Dok: Gesellschaft & Mensch | Spanien, UK, 2021
Regie: Alba Sotorra Clua
Protagonisten: Shamima Begum, Hoda Muthana

Die Britin Shamima wird mit 15 vom IS nach Syrien gelockt; die Amerikanerin Hoda ruft online zum IS-Beitritt auf. Inzwischen haben sich beide von der Terrororganisation abgewandt und sitzen mit tausenden Schicksalsgenossinnen im Flüchtlingscamp fest, wo sie von kurdischen Menschenrechtsaktivistinnen betreut werden. Eindrücklich wird die harsche Realität dieser verlorenen Frauen porträtiert. Kann für sie eine Lösung gefunden werden?

HIVE


HIVE

Schweizer Premiere | Drama | Kosovo, Schweiz, Mazedonien, Albanien, 2021
Regie: Blerta Basholli
Cast: Yllka Gashi, Çun Lajçi, Aurita Agushi, Kumrije Hoxha, Adriana Matoshi

Fahrijes Ehemann gilt, wie viele Männer im ländlichen Kosovo, seit Kriegsende als vermisst. Als sie beschliesst, den Führerschein zu machen und hausgemachte Saucen in der Stadt zu verkaufen, kriegt sie den Widerstand ihres patriarchal geprägten Dorfes zu spüren. Fahrije aber lässt sich nicht einschüchtern und wird bald von weiteren mutigen Frauen bei ihrem geradezu revolutionären Unternehmen unterstützt.

ALL LIGHT EVERYWHERE


ALL LIGHT, EVERYWHERE

Premiere im deutschsprachigen Raum | Dok: Gesellschaft & Mensch | USA, 2021
Regie: Theo Anthony

Kameras, Waffen, Polizeiarbeit und Justiz – die Pfeiler der Überwachung stehen seit je in enger Wechselbeziehung mit fotografischer Innovation. Der Film führt uns unter anderem nach Arizona, zum führenden US-Hersteller von Körperkameras und Tasern und zeigt, wie diese in den Schulungsräumen der Polizei eingeführt werden. Ein kaleidoskopischer Essay über visuelle Wahrnehmung und moderne Polizei-Methodik.


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