Gleichberechtigung in der Filmbranche: Das war die Talkrunde "Leading FeMales"

01. Oktober 2020

Bettina Oberli, Sabine Boss sowie die beiden Newcomers aus Dänemark Jeanette Nordahl und Sandra Goldberg Kampp unterhielten sich am Samstag Abend im Rahmen der Veranstaltung "Leading FeMales" über die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Filmbranche. Das Panel wurde in Zusammenarbeit mit der Müller-Möhl Foundation und dem Presenting Partner She’s Mercedes durchgeführt.

©Fabienne Wild for Zurich Film Festival

Leading Females - Jeanette Nordahl, Sandra Guldberg Kampp, Bettina Oberli, Sabine Boss (©Fabienne Wild for Zurich Film Festival)

Die Müller-Möhl-Foundation (mmf) engagiert sich in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Medien auf nationaler und internationaler Ebene, unter anderem für Chancengleichheit, Frauenförderung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das Thema Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern in der Filmbranche ist aktueller denn je, denn der Anteil weiblicher Regisseur ist deutlich geringer. Frauen sind in der Film- und Kulturbranche immer noch untervertreten. Für Frauen ist es wesentlich schwieriger, Schlüsselpositionen in der Filmbranche zu besetzen. Deshalb hat die mmf in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Zurich Film Festival "Leading FeMales" in Film ins Leben gerufen, welches Männer und Frauen aus der Filmbranche zusammenbringt, um die Chancen und Herausforderungen von Frauen auf der Bühne zu diskutieren. Sowohl die Veranstalter als auch ihre Partner wollen Frauen inspirieren und verbinden, ihnen den branchen- und kulturübergreifenden Erfahrungsaustausch ermöglichen und sie dazu ermutigen, ihre Erfolgsgeschichten zu teilen. In ihrer Eröffnungsrede unterstrich Carolina Müller-Möhl, Gründerin und Präsidentin, die Wichtigkeit von Netzwerkveranstaltungen für weibliche Talente. Doch dies ist nur eine der drei Ideen, um Frauen in der Filmindustrie zu stärken. Weiter führt Carolina Müller-Möhl aus, sollte ein Berufsverzeichnis von Frauen im audiovisuellen Sektor erstellt werden. Ausserdem würde eine Charta dabei helfen, die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern zu manifestieren.

Bereits ein wichtiger Schritt in diese Richtung macht das Zurich Film Festival mit dem diesjährigen Programm. In diesem Jahr hat das ZFF im Wettbewerb so viele Filme von Frauen programmiert, wie noch nie. Der Artistic Director des Zurich Film Festival Christian Jungen betonte beim Talk "Leading FeMales", dass das "reiner Zufall" sei. Das Geschlecht spiele bei der Auswahl keine Rolle. Filme werden nach Brillanz und Qualität ausgesucht. Trotzdem freut er sich über den hohen Frauenanteil.

Die gleiche Ansicht vertritt auch Jeanette Nordahl, Regisseurin von WILDLAND. Sie erklärte, dass es keine Lösung für die Gleichbrechtigungsfrage sei, dass einfach der weibliche Blick stärker vertreten wird. Sie möchte als Mensch und Filmemacherin wahrgenommen und nicht aufgrund ihres Geschlechts respektiert werden. Weibliche Filmemacherinnen seien so viel mehr als nur Frauen in der Filmbranche und wollen auch so wahrgenommen werden. Das Konkurrenzdenken sollte aus den Köpfen verbannt werden und Frauen sollten zusammenstehen und sich in der Männerdomäne gegenseitig unterstützen.

Mit dabei in der Talkrunde waren auch die Leading Females Sabine Boss und Bettina Oberli, zwei erfolgreiche und grossartige Frauen aus dem Schweizer Film. Letztere eröffnete mit ihrem Film WANDA, MEIN WUNDER das 16. Zurich Film Festival.


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