Aus aller Welt: Kinohighlights im März

13. Februar 2020

Der Kinomonat März wird sprachlich und kulturell bunt: Französisch-japanische, saudi-arabisch-deutsche oder schwedisch-georgische Produktionen, die wir im vergangenen Festivalprogramm gezeigt haben, werden demnächst auf den Schweizer Leinwänden zu sehen sein.
 

LA VÉRITÉ von Hirokazu Kore-eda (Frankreich, Japan)


Als berühmte Schauspielerin ist es Fabienne (Catherine Deneuve) gewohnt, bewundert und bedient zu werden. Gerade hat sie ihre Memoiren veröffentlicht und bekommt Besuch von ihrer Tochter Lumir (Juliette Binoche), die samt Ehemann und Kind aus New York angereist ist. Diese ist freilich wenig überrascht, dass sich in ihrem Pariser Elternhaus nach wie vor alles um ihre eigensinnige Mutter dreht. Als Lumir deren Buch zu lesen beginnt, muss sie feststellen, dass es voller Unwahrheiten und Lücken ist – doch für Erklärungen hat Fabienne keine Zeit. Allmählich beginnt sich aber zwischen gemeinsamen Abendessen und Filmdrehs im Studio trotzdem alles zu entladen, was in den letzten Jahrzehnten zwischen Mutter, Tochter und allen anderen Familienmitgliedern unausgesprochen blieb. Mit subtilem Humor inszeniert der japanische Meisterregisseur Hirokazu Kore-eda ein herrlich-bittersüsses Drama mit Catherine Deneuve, Juliette Binoche und Ethan Hawke.

Kinostart D-CH: 5. März

 

EMA Y GASTÓN von Pablo Larraín (Chile, Spanien)


Ema (Mariana Di Girolamo) vergisst jegliche Sorgen, wenn sie auf den Strassen Valparaísos ihren Körper zu heissen Reggaeton-Rhythmen in Ekstase bringt. Privat steht die junge Tänzerin vor dem Nichts: Seit ihr Adoptivsohn Polo ihr eigenes Haus angezündet hat, fühlt sich auch die Beziehung mit ihrem launischen Ehemann Gastón (Gael García Bernal) nicht mehr richtig an. Dass sie Teil seines Modern-Dance-Ensembles ist, macht das Ganze auch nicht einfacher. Auf einer wilden Odyssee durch die Stadt begibt sich Ema auf die Suche nach der persönlichen Befreiung. Meisterregisseur Pablo Larraín liefert ein vibrierendes Drama über Schuld und den Rausch der Bewegung.

Kinostart D-CH: 12. März

 

THE PERFECT CANDIDATE von Haifaa Al Mansour (Saudi-Arabien, Deutschland)


Die junge saudi-arabische Ärztin Maryam hat genug. Ihre Reiseerlaubnis wurde wieder einmal nicht verlängert, und die Zufahrtsstrasse zu ihrer Klinik ist auch nach Jahren noch nicht asphaltiert. Maryam ist nicht mehr bereit, die miserablen Zustände rund um das Krankenhaus und ihre beschränkten Möglichkeiten als Frau zu akzeptieren. Wenn niemand für eine Veränderung sorgt, dann muss sie es eben selbst in die Hand nehmen. Empört und entschlossen zugleich, lässt sich Maryam als erste weibliche Kandidatin für den Stadtrat aufstellen. Eine Überraschung – nicht nur für den langjährigen männlichen Amtsinhaber, sondern auch für ihre eigene Familie. Regisseurin Haifaa Al Mansour widmet sich sieben Jahre nach ihrem wundervollen Debüt WADJDA erneut humorvoll, feinsinnig und optimistisch einer mutigen Frau zwischen strenger Tradition und vorsichtiger Emanzipation in der patriarchalen Umgebung ihres Heimatlandes.

Kinostart D-CH: 12. März

 

AND THEN WE DANCED von Levan Akin (Schweden, Georgien)


Der fröhlich-verträumte Merab ist ein leidenschaftlicher Tänzer, doch etwas zu weich, findet sein Trainer. Im traditionellen georgischen Tanz verkörpern die Männer schliesslich Stärke. Als eines Tages der so mysteriöse wie begabte Tänzer Irakli im Unterricht auftaucht, zieht dieser nicht nur die Aufmerksamkeit des Trainers auf sich. Während Merab und Irakli um einen begehrten Platz im Staatsballett konkurrieren, keimt zwischen den beiden eine Zuneigung auf, die immer schwerer zu unterdrücken wird. AND THEN WE DANCED erzählt leichtfüssig von Sehnsucht und Aufbegehren in einer konservativen Gesellschaft.

Kinostart D-CH: 26. März

 

SILENCE RADIO von Juliana Fanjul (Schweiz, Mexiko)


Carmen Aristegui wird nicht schweigen. Die unbestechliche Journalistin und Nachrichtensprecherin ist eine der wenigen Stimmen Mexikos mit dem Mut zur Wahrheit – und für die Regierung eine der gefährlichsten. Millionen Menschen hören ihr zu, wenn sie auf Missstände aufmerksam macht. 2015 wird Carmen nach der Aufdeckung eines Korruptionsskandals um den Präsidenten von ihrem Sender gefeuert. Die Bevölkerung reagiert mit Protesten und für die Journalistin beginnt der Kampf um die Pressefreiheit – jetzt erst recht. Wir begleiten die mutige Frau durch ihren turbulenten Alltag, während sie auf ihrer eigenen News-Plattform weiter publiziert und ein Team von investigativen Journalisten durch die vergiftete mexikanische Medienlandschaft manövriert.

Kinostart D-CH: 26. März


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