Weltpremieren und preisgekrönte Filmschaffende am ZFF

12. September 2018

Zahlreiche Filmschaffende werden ihre Werke ab dem 27. September während elf Tagen vor Ort vorstellen. Der US-Schauspielstar Johnny Depp stellt zusammen mit Regisseur Wayne Roberts seinen neuen Film RICHARD SAYS GOODBYE als Weltpremiere in der Reihe „Gala Premieren“ vor. Zudem feiern wir die Weltpremieren der Filme TRAUTMANN und DER VORNAME. Preisgekrönte Regisseure und Oscar-Preisträger wie Florian Henckel von Donnersmarck, Kevin Macdonald und Pawel Pawlikowski werden in Zürich zu Gast sein.


RICHARD SAYS GOODBYE
Weltpremiere
In Anwesenheit von Regisseur Wayne Roberts und Hauptdarsteller Johnny Depp

Eines Tages bekommt Richard eine niederschmetternde Diagnose: Plötzlich sieht sich der ausgebrannte College-Professor mit einer unheilbaren Krankheit und dem unweigerlichen Ende seines Daseins konfrontiert. Er beschliesst, sein Leben komplett umzukrempeln und jegliche Konventionen über Bord zu werfen. Die restliche Zeit, die ihm noch bleibt, möchte Richard in vollen Zügen auskosten – so frei und ungestüm wie nur möglich. Dabei lässt er keine Sünde aus – er trinkt, raucht, stürzt sich in sexuelle Eskapaden und legt sich mit jedem an, der ihm in den Weg kommt. Ein Akt der Befreiung, der Richard zurück ins Leben holt. Doch die Zeit läuft ihm unaufhaltsam davon. Mit RICHARD SAYS GOODYBE liefert Regisseur Wayne Roberts eine mit bissigem Humor und einer Prise Verrücktheit inszenierte dramatische Komödie, die ebenso urkomisch wie berührend ist. In der Hauptrolle glänzt die Schauspiel-Ikone Johnny Depp.

 


TRAUTMANN
Weltpremiere
In Anwesenheit von Regisseur Marcus Rosenmüller und Hauptdarsteller David Kross

Als der deutsche Wehrmachtssoldat Bernd Trautmann gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in England gefangen genommen wird, kann er noch nicht ahnen, dass er schon ein paar Jahre später zur britischen Fussballlegende aufsteigen wird. Sein Leben nimmt eine abrupte Wendung, als Jack Friar, Coach des Provinzclubs St. Helens, bei einem Spiel unter Kriegsgefangenen auf das Talent des jungen Mannes aufmerksam wird. Bald steht "Bert" wieder auf freiem Fuss, verblüfft als Torwart auf dem Fussballplatz und verliebt sich in Margaret, die Tochter seines Trainers. Als 1949 Manchester City anklopft und Bert als Profi-Torwart engagiert, muss er St. Helens schweren Herzens verlassen. In Manchester löst die Verpflichtung des „Nazis“ allerdings eine Welle der Entrüstung aus. Regisseur Marcus H. Rosenmüller zeichnet im Biopic TRAUTMANN das Porträt einer lebensmutigen, Gräben überwindenden Torwartlegende, die nicht zuletzt als Mensch zum Vorbild einer ganzen Generation wurde.

 


DER VORNAME
Weltpremiere
In Anwesenheit von Regisseur Sönke Wortmann und Darstellern Iris Berben und Christoph Maria Herbst

Es hätte ein wunderbares Abendessen werden können, zu dem Stephan und seine Frau Elisabeth in ihr Bonner Haus eingeladen haben. Doch als der begnadete Selbstdarsteller Thomas verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern und dem Familienfreund René bereits die Vorspeise im Hals stecken. Man faucht einander Wahrheiten ins Gesicht, die zugunsten eines harmonischen Zusammenseins besser ungesagt geblieben wären. Starke Egos geraten aneinander, Eitelkeiten werden ausgespielt und der Abend eskaliert: Die Diskussion über falsche und richtige Vornamen geht in ein Psychospiel über, bei dem die schlimmsten Jugendsünden und die grössten Geheimnisse aller Gäste lustvoll serviert werden. Der Name Sönke Wortmann steht für grosses Unterhaltungskino der intelligenten Sorte. Nichts anderes liefert der Regisseur mit seinem neusten Werk, einer deutschsprachigen Adaption des französischen Erfolgsfilms LE PRÉNOM. 

  


COLETTE
Europapremiere

Sidonie-Gabrielle Colette ist eine junge, blitzintelligente Frau aus einem verschlafenen Dorf, als sie ihren Ehemann, den 14 Jahre älteren Pariser Lebemann Willy, heiratet. Dieser hat sich – einer Schar von Ghostwritern sei Dank – einen gewissen Namen als Autor gemacht. Um seinen ausschweifenden Lebensstil zu finanzieren, ermutigt er Colette, Geschichten aus ihrer Jugend aufzuschreiben. Obwohl er das Potential von Colettes daraus entstandenem Roman „Claudine erwacht“ anfänglich verkennt, publiziert er ihn schliesslich unter seinem Namen – mit  grossem Erfolg: Ganz Paris spricht bald über die Figur der Claudine, mit der Colette jungen Frauen ihrer Generation eine Stimme verleiht. Als Willy die Schreibkunst seiner Frau für weitere Erfolge nutzen will, beginnt sich in Colette langsam Widerstand zu regen. Regisseur Wash Westmoreland gelingt das hinreissende filmische Porträt einer der erfolgreichsten französischen Autorinnen aller Zeiten. 

 


TELL IT TO THE BEES
Europapremiere
In Anwesenheit von Regisseurin Annabel Jankel

Schottland, Mitte der 1950er Jahre: Nach ihrer gescheiterten Ehe muss Lydia plötzlich als alleinerziehende Mutter zurechtkommen. Abgesehen von ihrer finanziellen Notlage macht sich die Fabrikarbeiterin um ihren Sohn Charlie Sorgen, der in der Schule gemobbt wird. Eines Tages landet dieser bei der Ärztin und Bienenzüchterin Jean, die gerade erst in ihre schottische Heimatstadt zurückgekehrt ist und sich um seine Schrammen kümmert. Fasziniert von ihrer Bienenkolonie, findet Charlie in Jean eine Verbündete. Auch Lydia freundet sich mit der hilfsbereiten Ärztin an, die sie bald mit anderen Augen wahrnimmt. Die beiden Frauen kommen sich näher und es entsteht eine gegenseitige Zuneigung, die von ihren konservativen Mitbürgern nicht übersehen – und ebenso wenig toleriert wird. Packend und unglaublich berührend: Regisseurin Annabel Jankels feinfühliges Drama TELL IT TO THE BEES erzählt vom Mut, trotz gesellschaftlicher Ablehnung für die Liebe zu kämpfen.

 


WERK OHNE AUTOR
Schweizer Premiere
In Anwesenheit von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck und den Darstellern Tom Schilling, Sebastian Koch, Saskia Rosendahl, Oliver Masucci

Deutschland in den 1960er Jahren: Auch nach der Flucht in die BRD lassen dem jungen Künstler Kurt Barnert seine traumatischen Kindheits- und Jugenderlebnisse aus NS- und SED-Zeit keine Ruhe. Erst nachdem er in der Studentin Ellie die Liebe seines Lebens trifft, gelingt es ihm, einzigartige Bilder zu schaffen: In ihnen verarbeitet Kurt seine eigene Vergangenheit und reflektiert zugleich die historischen Traumata einer ganzen Generation. Sein Glück in der Kunst und in der Liebe wird jedoch zunehmend durch das schwierige Verhältnis zu seinem angehenden Schwiegervater auf die Probe gestellt – nicht nur dieser trägt so manches düsteres Geheimnis in sich. Inspiriert von der Lebensgeschichte Gerhard Richters, nimmt uns Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck im historischen Thriller WERK OHNE AUTOR mit auf eine aufwühlende Reise durch drei Epochen deutscher Geschichte.

 

 

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COLD WAR
Deutschsprachige Premiere
In Anwesenheit von Regisseur Pawel Pawlikowski

Auf der Suche nach Mitgliedern für ein Folk-Ensemble zieht der charismatische Pianist Wiktor durch das graue, vom Zweiten Weltkrieg gezeichnete Polen der Nachkriegsjahre. Als er auf die rebellische Sängerin Zula trifft, scheint sie nicht nur für sein Ensemble perfekt. Auch privat verfällt Wiktor dem Charme der blonden Schönheit und beginnt mit ihr eine leidenschaftliche Beziehung. Als das Ensemble für einen Auftritt nach Ost-Berlin fährt, beschliesst Wiktor angesichts des zunehmenden politischen Drucks, in den Westen zu flüchten – mit Zula an seiner Seite. Die beiden verabreden sich für den gemeinsamen Aufbruch, doch plötzlich überkommen Zula Ängste. Inspiriert von der turbulenten Ehe seiner eigenen Eltern porträtiert der oscarprämierte Regisseur Paweł Pawlikowski die Beziehungs-Odyssee zweier komplett gegensätzlicher Menschen, die sich im Europa der 1950er Jahre immer wieder aus den Augen verlieren – und von neuem finden.

  


WHITNEY
Schweizer Premiere
In Anwesenheit von Regisseur Kevin Macdonald

Whitney Houston war eine der meistgefeierten Solo-Künstlerinnen ihrer Zeit, und doch war ihr Leben alles andere als eine strahlende Erfolgsgeschichte. Von ihrem frühen weltweiten Durchbruch mit BODYGUARD bis hin zur Drogenabhängigkeit und dem viel zu frühen Tod im Jahr 2012 wurde ihre Laufbahn stets medial verfolgt. Doch bis heute scheint ihr tragisches Schicksal mit Rätseln behaftet. Regisseur Kevin Macdonald enthüllt im dokumentarischen Musiker-Porträt WHITNEY aufschlussreiches, nie zuvor gesehenes Archivmaterial sowie private Videoaufnahmen und lässt Familie und Freunde, aber auch ihren Ex-Mann Bobby Brown und Whitneys Mitarbeiter zu Wort kommen. Nicht ohne pikante Enthüllungen, zeichnet der elegant montierte Film die Geschichte des komplexen Lebens eines verletzlichen Weltstars – geizt aber auch nicht mit eindrücklichen Konzertaufnahmen der vielleicht besten Pop-Stimme des 20. Jahrhunderts.


Das vollständige Programm des 14. ZFF wird am 13. September ab 12 Uhr veröffentlicht.


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