A Tribute to... Award an französischen Regisseur Olivier Assayas

01. September 2016

Der französische Drehbuchautor und Filmregisseur Olivier Assayas erhält den A Tribute to... Award des 12. ZFF. Der 61-jährige Filmschaffende wird die Auszeichnung an der Award Night am 1. Oktober im Opernhaus Zürich persönlich entgegennehmen. Sein neues Werk PERSONAL SHOPPER mit Kristen Stewart in der Hauptrolle wird am Sonntag, 2. Oktober, als Abschlussfilm laufen. Zudem sind in einer Retrospektive im Filmpodium zwölf von Assayas’ wichtigsten Werken zu sehen.

Olivier Assayas gilt seit den 90er Jahren als herausragender Regisseur des französischen Films und als Star des europäischen Autorenkinos. Sein thematisch und ästhetisch breit gefächertes Schaffen umfasst über 20 Spielfilme sowie Dokumentationen, Kurzfilme und Drehbücher für andere Regisseure. Oft drehen sich seine Arbeiten um private Beziehungen und die Bedeutung der Kunst in der modernen Welt; in seinen Filmen finden sich jeweils zahlreiche Referenzen an die Filmgeschichte.

Nach seinem Kunst- und Literaturstudium schrieb Assayas zuerst Drehbücher für Regisseure wie André Téchiné und war während sechs Jahren Redaktor bei den renommierten ‚Cahiers du Cinéma’. Bereits sein Erstlingsfilm DÉSORDRE (1986) über das Lebensgefühl der Lost Generation wurde am Filmfestival Venedig ausgezeichnet und etablierte Assayas als einen der herausragenden Filmer seiner Generation, der danach mit Genres wie Coming-of-Age, Melodrama, Science Fiction, Thriller sowie Künstlerporträts und Konzertfilmen brillierte.

Das neue asiatische Kino hat einen prägenden Einfluss auf Assayas’ Schaffen. Bei einer seiner zahlreichen Reisen nach Asien lernt er die Hongkonger Schauspielerin Maggie Cheung kennen, die er in Filmen wie IRMA VEP (1996) besetzt, in dem sie im hautengen schwarzen Latexanzug alle Blicke auf sich zieht. Für ihre Rolle im Film CLEAN (2004), in welchem sie als drogenabhängige Sängerin ihr Leben wieder in Ordnung zu bringen versucht, wurde sie in Cannes als Beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Assayas’ Filme werden regelmässig ans Filmfestival Cannes eingeladen. Mit der Literaturverfilmung LES DESTINÉES SENTIMENTALES (2000) mit Charles Berling, Isabelle Huppert und Emmanuelle Béart lief erstmals einer seiner Filme im Wettbewerb um die Goldene Palme. Seither ist er ein gern gesehener Gast am Festival. 2002 sorgt er dort mit dem Cyber-Thriller DEMONLOVER, in dem er auch formal neue Wege geht, für Aufsehen.

Assayas arbeitet regelmässig mit starken Frauen in den Hauptrollen, etwa mit Judith Godrèche in PARIS S'ÉVEILLE (1991), mit Asia Argento in BOARDING GATE (2007) oder zuletzt mit dem US-Star Kristen Stewart, die sowohl in SILS MARIA (2014) wie nun auch in seinem neuen Werk PERSONAL SHOPPER (2016) die Hauptrolle spielt.

Im ZFF-Abschlussfilm PERSONAL SHOPPER, einem modernen Mystery-Thriller, jobbt der TWILIGHT-Star als Mode-Assistentin einer prominenten Persönlichkeit. Maureen (Stewart) finanziert damit ihr Leben in Paris, wo sie Zeichen ihres kürzlich verstorbenen Zwillingsbruders empfängt. Der Film wurde im Mai in Cannes mit dem Regiepreis ausgezeichnet.

Ein hervorstechendes ästhetisches Merkmal der Filme von Olivier Assayas ist die Kunst der Auslassung. Neben der virtuosen elliptischen Erzählweise ragen kühne harte Schnitte, eine mobile Handkamera sowie eine effektvoll eingesetzte Pop- und Rockmusik heraus. Der innovative Soundtrack seiner Filme wartet mit Musik etwa von Sonic Youth, Brian Eno, Ry Cooder und John Cale auf.


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