A Tribute to... Award an britischen Filmregisseur Mike Leigh

18. August 2015

Der A Tribute to... Award des diesjährigen ZFF geht an den britischen Filmregisseur Mike Leigh, einen der herausragenden Vertreter des New British Cinema. Mike Leigh wird seinen Preis am 3. Oktober an der Award Night im Opernhaus Zürich persönlich entgegennehmen. Einblicke in sein Schaffen gibt es am ZFF in einer repräsentativen Retrospektive seiner Filme. Mike Leigh wird zudem eine öffentliche ZFF Masters halten.

Der Brite ist dem weltweiten Kinopublikum bekannt geworden mit Filmen wie HIGH HOPES (1988), LIFE IS SWEET (1990), NAKED (1993), SECRETS AND LIES (1996), VERA DRAKE (2004), HAPPY-GO-LUCKY (2008), ANOTHER YEAR (2010) und zuletzt MR. TURNER (2014). Für seine sensiblen und oft in der britischen Arbeiterklasse angesiedelten Werke ist er mit vielen wichtigen Filmpreisen ausgezeichnet worden.

Zusammen mit seinen Regie-Kollegen Ken Loach und Stephen Frears, gilt Leigh als herausragender Vertreter des sogenannten New British Cinema, das seit den 1980er Jahren die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Grossbritannien filmisch analysiert und kritisch beleuchtet. Dabei stehen oft private Schicksale aus der britischen Unterschicht im Mittelpunkt. Stephen Frears hatte 2006 den ersten Tribute to... Award des ZFF erhalten.

Mike Leigh wurde 1943 in Salford im Nordwesten Englands geboren. Sein Handwerk, auch seinen oft gelobten sensiblen Umgang mit seinen Schauspielerinnen und Schauspielern, lernte er am Theater. An der Royal Academy of Dramatic Art und später an der London Film School bildete er sich zum Schauspieler und Regisseur aus. Er ist Regieassistent bei der Royal Shakespeare Company und hat über 20 eigene Theaterstücke geschrieben und inszeniert.

In seinen Arbeiten ist Leigh der britischen Arbeiterklasse verpflichtet, deren kleine Sorgen und Nöte im täglichen Überlebenskampf er mit Humor und Witz und immer liebevoll inszeniert. Er ist kein Sozialkämpfer, sondern einer, der die Schwächen und psychischen Eigenheiten seiner Protagonisten ernst nimmt und zu dialogstarken Geschichten ausbaut. Leigh schreibt keine eigentlichen Drehbücher, sondern entwickelt seine Filme zusammen mit den Darstellern; er dreht mit kleinem Budget und wenig Ausstattungsaufwand. Ausnahmen sind die historischen Werke TOPSY-TURVY (1999) und letztes Jahr MR. TURNER.


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