Filmmusikwettbewerb
Der Internationale Filmmusikwettbewerb wird einmal im Jahr vom Zurich Film Festival und der Tonhalle-Gesellschaft Zürich AG in Zusammenarbeit mit dem Forum Filmmusik veranstaltet. Bei der 13. Ausgabe waren Filmkomponisten eingeladen, eine eigene Filmmusik für einen siebenminütigen animierten Kurzfilm zu komponieren. Die Aufgabe bestand darin, eine neue Musik zum Kurzfilm WILD LOVE zu schreiben, der von Paul Autric, Quentin Camus, Léa Georges, Maryka Laudet, Zoé Sottiaux und Corentin Yvergniaux realisiert wurde. Von fast 170 Einreichungen aus 36 Ländern wurden drei Finalisten in einem anonymisierten Auswahlverfahren unter der Leitung von Oscar-Preisträgerin Hildur Guðnadóttir ausgewählt. Ihre Kompositionen wurden am 2. Oktober 2025 im Rahmen der Gala Cinema in Concert vom Tonhalle-Orchester Zürich uraufgeführt.
Hier finden Sie die Finalisten* von 2025:
Antonio Di Iorio (USA/Italien)
Antonio Di Iorio ist Komponist und Dirigent mit Wohnsitz in Los Angeles. Er hat Masterabschlüsse in Komposition, Klavier und Dirigieren und komponierte für zahlreiche preisgekrönte Filme und Projekte – darunter WINGS OVER WASHINGTON, LIFE IN BETWEEN und SPIRITIO EROICO. Zuletzt arbeitete er als zusätzlicher Komponist im Team von Tom Holkenborg an GODZILLA X KONG: THE NEW EMPIRE sowie an ZACK SNYDER'S JUSTICE LEAGUE.
Gary Hirche (Deutschland)
Gary Hirche komponiert orchestrale und elektronische Filmmusik. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen der atmosphärische Score für JUPITER, der 2023 im Rahmen des Zurich Film Festival gezeigt wurde, sowie der Mystery-Thriller BRÜCHE, der beim Los Angeles Crime & Horror Festival 2021 als Bester Kurzfilm ausgezeichnet wurde. Gary ist mehrfacher Preisträger internationaler Wettbewerbe, zuletzt beim Call for Scores 2025. Sein Debütalbum Awakenings wurde mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg aufgenommen. Neben seiner Tätigkeit als Komponist ist er auch als Fagottist in Orchestern sowie als Bassist und Sänger einer Punkrockband aktiv.
*Der dritte Nominierte, der während des Wettbewerbskonzerts mit dem Preis ausgezeichnet wurde, musste nachträglich disqualifiziert werden. Nach der öffentlichen Aufführung und Prämierung des Gewinners des 13. Internationalen Filmmusikwettbewerbs am 2. Oktober 2025 ging bei den Veranstaltern ein Hinweis ein, dass das ausgezeichnete Werk möglicherweise nicht vollständig eigenständig entstanden sei. Die beteiligten Institutionen – die Tonhalle-Gesellschaft Zürich, das Forum Filmmusik und das Zurich Film Festival – haben diesen Hinweis umgehend und mit der gebotenen Sorgfalt geprüft. Dazu wurde ein unabhängiger Experte mit einer wissenschaftlichen und musikanalytischen Untersuchung beauftragt.
Die Untersuchung kam zum Schluss, dass wesentliche Passagen der Gewinnerkomposition geschützten Werken entnommen wurden, ohne dass ein ausreichender urheberrechtlicher Abstand vorlag. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wurde der Preisträger nachträglich disqualifiziert. Die Jury prämiert im Wettbewerb jeweils nur den ersten Platz. Deshalb haben die Veranstalter entschieden, für das Wettbewerbsjahr 2025 keinen Gewinner auszuzeichnen.
Wir bedauern den Vorfall sehr. Der Internationale Filmmusikwettbewerb versteht sich als Plattform zur Förderung junger Komponistinnen und Komponisten und basiert auf dem Grundsatz der künstlerischen Eigenständigkeit und Integrität. Die involvierten Juries bewerteten die eingereichten Werke nach künstlerischen Kriterien, eine vertiefte urheberrechtliche Prüfung war bislang nicht Bestandteil des Bewertungsprozesses. Der aktuelle Fall zeigt jedoch, dass zusätzliche Prüfmechanismen gefragt sind. Die Veranstalter haben deshalb ihre Prozesse geprüft und verschiedene Massnahmen wie beispielsweise entsprechende Tools zur Vorabprüfung eingeführt.

