Luca Guadagnino wird mit dem A Tribute to…Award geehrt

30. September 2022

Der italienische Regisseur und Drehbuchautor Luca Guadagnino wurde heute Abend mit dem A Tribute to... Award, dem höchsten Preis des Zurich Film Festival für einen Autorenfilmer, ausgezeichnet. Der Ehrenpreis wurde Guadagnino im Rahmen der Gala Premiere seines neuen Films BONES AND ALL im Kino Corso überreicht.

Luca Guadagnino

Luca Guadagnino erhielt den A Tribute to ... Award. © Thomas Niedermüller / Getty for ZFF

Die höchste Auszeichnung des Zurich Film Festival für Autorenfilmer, der Tribute to... Award, wurde Luca Guadagnino heute Abend anlässlich seines neuen Spielfilms BONES AND ALL im Kino Corso übergeben. Der Italiener zeigte sich sehr erfreut, heute Abend zum zweiten Mal am ZFF dabeisein zu können und betonte in seiner Dankesrede: «Vielen Dank Zurich Film Festival, danke Christian Jungen. Ich bin sehr gerührt von den Worten und sehr dankbar», erklärte Luca Guadagnino und fügte an: «Als ich das Tribute-Reel sah, wurde mir klar, dass ich mich mit Familien umgebe. Ich habe eine grosse Familie in meiner Arbeit und in meiner Welt. Deshalb möchte ich diesen Preis meiner Familie von Filmemachern widmen, die ich bewundere und verehre und auf die ich mich in meiner Arbeit verlasse und ohne die ich nicht hier wäre - ich möchte ihnen für ihre Arbeit danken.»

Im italienischen Kino der Gegenwart hat Luca Guadagnino mit seinen Filmen einen ganz eigenen Platz gefunden: Sie begeistern Publikum wie Kritiker gleichermassen, und der 1971 in Palermo geborene Regisseur hat eine Filmsprache gefunden, die ihn unverkennbar macht. Spätestens seit seinem Welterfolg CALL ME BY YOUR NAME (2017), der 2017 am Zurich Film Festival Premiere gefeiert hat, gehört Guadagnino auch international zu den gefragtesten Regisseuren.

«Ich bewundere an Luca Guadagnino, dass er immer wieder aus seiner Komfortzone heraustritt und sich selbst herausfordert - jeder Film ist einzigartig und überrascht aufs Neue», sagte Christian Jungen, Artistic Director des ZFF, und fügte an: «Sein Kino ist in perfekter in Form, weil er die richtige Bildsprache, den richtigen Rhythmus und die richtigen Schauspieler für seine Geschichten findet. Es ist fast unmöglich, das Kino zu lieben, aber Guadagnino nicht zu beachten.»

BONES AND ALL ist die Geschichte der ersten Liebe zwischen der jungen Aussenseiterin Maren (Taylor Russell) und dem Landstreicher Lee (Timothée Chalamet). Als sie sich kennenlernen, begeben sie sich auf eine tausend Meilen lange Odyssee, die sie quer durch Ronald Reagans Amerika führt. Trotz ihrer Bemühungen führen alle Wege zurück in ihre Vergangenheit und zu einer letzten Prüfung, die entscheiden wird, ob ihre Liebe ihr Anderssein überleben kann. Guadagnino führte Regie nach einem Drehbuch von David Kajganich, das auf dem Roman von Camille DeAngelis basiert. Der Film wird in den USA von MGM und international von Warner Bros. Pictures vertrieben und soll am 23. November 2022 in den Kinos anlaufen.

Bones and all

Luca Guadagninos neuer Spielfilm BONES AND ALL wurde heute Abend als Gala Premiere gezeigt.© 2022 Metro Goldwyn Mayer Pictures Inc.

Luca Guadagnino überzeugt mit seiner Diversität und überrascht sein Publikum immer wieder aufs Neue: Mit A BIGGER SPLASH hatte der Italiener 2015 ein Remake von LA PISCINE aus dem Jahr 1968 gedreht; Regisseur Jacques Deray schuf damit einen Kultfilm mit Romy Schneider und Alain Delon, und Guadagnino gelang ein Remake mit Tilda Swinton, das praktisch nicht an die Vorlage erinnert und gesellschaftspolitische Züge in die Handlung verwebt. 2018 legte Guadagnino ein Remake des Dario-Argento-Klassikers SUSPIRIA vor und tauchte dafür ab in die horriblen Sphären einer schrecklichen Tanzcompagnie. Auch hier ist Tilda Swinton Teil des Casts, die Schauspielerin ist wie ein roter Faden im Werk Guadagninos: Aus seiner ersten Begegnung mit Swinton 2002 bei einem Interview im Hotel Majestic in Cannes fertigte Guadagnino einen 35-minütigen Kurzfilm. Seinen Durchbruch hatte Guadagnino 2005 mit der Verfilmung des Romans «Mit geschlossenen Augen» von Melissa Panarello unter dem Filmtitel MELISSA P. Für IO SONO L’AMORE - wieder mit Tilda Swinton - gab es eine Golden-Globe-Nominierung. CALL ME BY YOUR NAME wurde vierfach oscarnominiert, James Ivory erhielt den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch.

Mit dem A Tribute to... Award würdigt das ZFF Autorenfilmerinnen und -filmer für ihren Beitrag zur Filmgeschichte. Frühere Preisträgerinnen und Preisträger umfassen Paolo Sorrentino, Wim Wenders, Olivier Assayas, Claire Denis, Michael Haneke, Oliver Stone und Maïwenn.

Das vollständige Programm des 18. Zurich Film Festival (22. September bis 2. Oktober) steht Ihnen auf unserer Webseite zur Verfügung.


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