• Penn Moodboard


Der zweifache Oscar-Preisträger Sean Penn ist seit drei Jahrzehnten im Filmgeschäft und längst nicht mehr wegzudenken. Mit unglaublicher Präzision verleiht der facettenreiche Mann mit den markanten Stirnfalten seinen – oftmals tragischen – Helden, ein Gesicht. Neben seinen Erfolgen als Schauspieler hat sich der äusserst vielseitige Penn auch als Regisseur und Produzent einen Namen gemacht.

Penn gelangte über das Theater ins Filmgeschäft. Sein Debüt als Filmschauspieler gab er in TAPS (1981) an der Seite von Timothy Hutton und dem jungen Tom Cruise. Den Durchbruch schaffte er zu Beginn der 1990er Jahre mit Filmen wie CARLITO’S WAY (1993) oder DEAD MAN WALKING (1995). Diese herausragende Interpretation des zum Tode verurteilten Mörders Matthew Poncelet brachte ihm die erste Oscar-Nominierung ein. Grosse Beachtung fand sein Auftritt in Woody Allens SWEET AND LOWDOWN (1999), in dem er sein komödiantisches Potential in der Rolle des rüpelhaften, egoistischen Jazzgitaristen Emmet Ray unter Beweis stellte. In I AM SAM (2001) verkörperte Penn einen geistig behinderten Vater, der um das Sorgerecht für seine Tochter kämpft. Neun Jahre später gewann Penn für die Rolle Jimmy Markums in Clint Eastwoods MYSTIC RIVER (2003) seinen ersten Oscar. Eine Auszeichnung, die ihm 2009 für seine überragende Performance in Gus van Sants MILK, dem Porträt des Politikers und Bürgerrechtlers Harvey Milk, ein zweites Mal zugesprochen wurde. Zuletzt war Penn in der Rolle des Jack O’Brian in Terence Malicks Cannes-Gewinner TREE OF LIFE (2011) zu sehen.

Seit der Kindheit hatte Sean Penn davon geträumt, Filmregisseur zu werden. Die Schauspielerkarriere hatte er in Angriff genommen, weil er dies als den besten Weg sah, später eigene Filme zu machen. Als er 1991 seinen Debutfilm THE INDIAN RUNNER fertigstelle, kündete er an, zukünftig nicht mehr als Schauspieler zu arbeiten. Ein Versprechen, dass er glücklicherweise nicht hielt. Es gelang ihm, beide Wege konsequent weiterzuverfolgen. Seinem Debutfilm liess er das Drama THE CROSSING GUARD (1995) und die vielbeachtete Dürrenmat-Verfilmung THE PLEDGE (2000) folgen. Im Jahr 2002 war Penn für den amerikanischen Beitrag zum Episodenfilm 11’09’’01 SEPTEMBER 11 verantwortlich. Dieses aussergewöhnliche Projekt brachte elf Regisseure aus der ganzen Welt zusammen und war ein vieldiskutierter Beitrag zur Aufarbeitung des Terroranschlags vom 11. September 2001. Zu einem grossen Arthouse-Erfolg avancierte Penns jüngstes Regie-Projekt, die Verfilmung von Jon Krakauers Bestseller INTO THE WILD (2007).

Sean Penn nimmt den Golden Icon Award am 28. September 2011 im Kino corso persönlich entgegen. Zu Ehren des Schauspielers, Regisseurs und Produzenten zeigt das Zurich Film Festival eine Auswahl seiner wichtigsten Filme in einer Retrospektive.