Kurzes aus der Türkei

von Nesimi Yetik, Serhat Karaaslan, Ergun Köken, Aysegül Okul, Özlem Akin, Ferit Karahan, Mustafa Kok, Ismet Ergün Neue Welt Sicht

Kooperationspartner: Internationale Kurzfilmtage Winterthur

Die Türkei, ein Land voller faszinierender Gegensätze: Die Schönheit der Landschaften, die Gastfreundschaft der Menschen, demokratische Lebensstrukturen. Aber auch die starke militärische Tradition, das Aussterben der Dörfer, einengende Regeln und soziale Tabus: All dies spiegelt sich in diesem Kurzfilmblock. (Kuratiert von Delphine Lyner, Valérie Thurner und Simone Späni).

MY MOTHER LEARNS CINEMA (Nesimi Yetik, 2007)
Die kurze Geschichte eines Sohnes, der seiner Mutter die Welt des Kinos näher bringen will. Oder die kurze Geschichte einer Mutter, die die Welt des Kinos durch ihren Sohn kennen lernt.

BISKILET/ BICYCLE (Serhat Karaaslan, 2010)
Der kleine Firat und sein Vater wohnen in einem trostlosen Ort und sammeln gemeinsam Müll, um zu Überleben. Firats grösster Traum ist es ein Fahrrad zu besitzen. Eines Tages findet er ein weggeworfenes Fahrrad, dem das Hinterrad fehlt. Er macht sich auf die beschwerliche Suche nach einem passenden Ersatzteil...

I, SOLDIER_(Ergun Köken, 2007)
„I, Soldier“ beschäftigt sich mit dem Bild des Soldaten und seiner poetischen Verbrämung in der Rede eines hochrangigen Offiziers. Die Aufnahmen wurden während der jährlichen Feierlichkeiten zum Gedenken an den Tag der Jugend und des Sports gemacht, dem Unabhängigkeitstag der 1919 gegründeten türkischen Republik.

MOMENT (Aysegül Okul, 2010)
Gün kommt an einem Café vorbei. Er hebt den Geldbeutel einer schönen Unbekannten auf. Wenig später beobachtet er, wie die Frau von einem Auto erfasst wird und auf der Stelle stirbt. Gün beginnt zu hinterfragen, welche Zufälle das Schicksal geführt hatten. Er dreht die Uhr zurück, um die Frau zu retten...

GEMEINSCHAFT (Özlem Akin, 2008)
Welchen Preis nimmt eine Gruppe von Menschen in Kauf, um einen Störefried loszuwerden? Ein humorvoller Animationsfilm fühlt dieser Frage auf den Zahn.

XEWNA YUSIV / YUSIV'S DREAM (Ferit Karahan, 2011)
In der kleinen Dorfgesellschaft in der kurdischen Hochebene lebt Yusif ein möchlichst unscheinbares Leben und verdient sich sein Geld als Gelegenheitselektriker. Bald will er heiraten, doch die Scheinidylle wird jäh durchbrochen, als er Zeuge des Mordes an seinem Schwiegervater wird. Eine Gesellschaftsparabel über die Unterdrückung der kurdischen Minderheit.

KöY (Mustafa Dok, 2009)
Ein Dorfbewohner entwickelt die Marotte, auf dem Ortsschild die genaue Anzahl
der Menschen zu vermerken, die sich gerade im Dorf aufhalten. Man begegnet dem
schrulligen Alten mit freundlichem Spott. Doch auf einmal holt ihn die traurige (militärische) Realität ein.

BENDE SIRA (Ismet Ergün, 2007)
Dieser berührende Kurzfilm ist eine Liebeserklärung an das Kino. Die Untertitel wurden zu Gunsten der starken Bilder und der uneingeschränkten Aufmerksamkeit der Zuschauer bewusst weggelassen. Die jungen Hauptdarsteller schaffen es mühelos die Betrachter in ihr Spiel und ihre cineastische (Vorstellungs-)Welt einzubeziehen.

  • Länge: 80 Min
  • Sprachen: Türkisch
  • Untertitel: Englisch
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  • Regie: Nesimi Yetik, Serhat Karaaslan, Ergun Köken, Aysegül Okul, Özlem Akin, Ferit Karahan, Mustafa Kok, Ismet Ergün
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